Building Information Modeling

in der Praxis

Aktuelle Beiträge rund um BIM

Wir glauben, dass BIM einen echten Mehrwert für alle in der Bauindustrie bieten kann - nicht nur für grosse Unternehmen. Unser Ziel ist es, eine praktische und neutrale Informationsquelle zu verschiedenen BIM-Themen bereitzustellen, um Ihnen zu helfen, Building Information Modeling zu verstehen und besser umzusetzen.

Smartes Lernprogramm für Schweizer BIM-Fachleute

18. November 2018
In der Schweiz steigt die Nachfrage nach BIM stetig an und gleichzeitig stellen sich neue Herausforderungen. Die internationale Organisation für openBIM-Standards, buildingSMART, hat ein Weiterbildungsprogramm entwickelt, um bestehende und angehende Fachkräfte auf diese Umstände vorzubereiten. (Quelle: Mark Baldwin in Haustech, 7.2018)   Building Information Modeling (BIM) gilt weltweit als Best-Practice für digitale Arbeitsweisen in der Baubranche. Trotzdem gibt es noch viel Verwirrung und Inkonsistenz bei der Definition von Schlüsselbegriffen, Konzepten und Prozessen. In der Schweiz bestehen bereits einige wichtige Referenzen, an denen sich Verantwortliche orientieren können. Besonders hervorzuheben sind das SIA Merkblatt 2051, die SIA Dokumentationen D0270 und D0271 sowie Merkblätter und Anleitungsdokumente von KBOB, Bauen digital Schweiz und anderen Verbänden. Diese Informationen bilden ein starkes Fundament, auf dem sich die Industrie entwickeln kann. Dennoch gibt es erhebliche Unterschiede in der Kompetenz der Branchenprofis bei der Leitung und Durchführung von BIM-Projekten. Um diese Lücke zu schliessen, braucht die Schweizer Bauindustrie eine durchgängige Methode zur Ausbildung und Evaluierung der Fachkompetenzen im Bereich BIM. Dies birgt eine doppelte Aufgabenstellung: Zunächst muss für die Vermittlung und das richtige Verständnis von Standardbegriffen und Prinzipien gesorgt werden. Danach gilt es sicherzustellen, dass diese in Projekten kompetent angewandt und umgesetzt werden können.   BIM-Ausbildung in der Schweiz In der Schweiz gibt es mittlerweile ein recht umfangreiches Ausbildungsangebot im Bereich BIM. Dieses reicht von Einführungsseminaren, Kurzkursen und Softwareschulungen bis hin zu einem Weiterbildungsprogramm an Universitäten und Fachhochschulen. Jedes dieser Angebote hat einen anderen Fokus und richtet sich zum Teil an bestimmte Zielgruppen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass alle Beteiligten die Grundprinzipien einheitlich vermitteln und standardisieren. Das ist die Aufgabe des Professional-Certification-Programms von buildingSMART. Bei  buildingSMART handelt es sich um eine Non-Profit-Organisation, die führend in der Entwicklung von openBIM-Standards ist . Dabei sind wir bestrebt, Klarheit und Konsens bei der Definition und Anwendung der entsprechenden Prinzipien zu schaffen. Das im September 2017 international gestartete Professional-Certification-Programm wird inzwischen in 11 Ländern umgesetzt. Seit Januar 2018 arbeitet ein Schweizer Komitee an der Lokalisierung des Programms in der Schweiz, das im Rahmen des BIM-Kongresses am 8. November 2018 offiziell der Schweizer Bauwirtschaft vorgestellt wird. Richard Petrie, CEO von BuildingSmart International, ist davon überzeugt, dass das Programm einen grossen Einfluss auf die gesamte Branche haben wird: „Es wird ein stabiler Bezugspunkt für Fachleute im Bereich der Gebäudeinformationsmodellierung sein“ sagt er. „Darüber hinaus unterstützt es die Arbeitgeber bei der Rekrutierung von BIM-Fachkräften und schafft Transparenz für Projektentwickler bei der Vermittlung von BIM-kompetenten Beratungs- und Vertragsunternehmen.“ buildingSMART bietet keine Schulungen an, sondern hat einen Standard für die BIM-Grundausbildung entwickelt. Auf dieser Basis können Kurse entwickelt,  Schulungsanbieter akkreditiert und Teilnehmer bewertet und zertifiziert werden. Der Wert dieses Programms für die Schweizer Bauwirtschaft ist beträchtlich: Festlegung eines standardisierten (und international anerkannten) Satzes von Definitionen der BIM-Begriffe und -Prozesse Festlegung einer Mindestschwelle für BIM-Kenntnisse für Branchenexperten Bereitstellung von Ressourcen für Ausbildungseinrichtungen und Bewerber Bereitstellung eines Verzeichnisses der akkreditierten Ausbildungseinrichtungen (zugunsten der Antragsteller) Bereitstellung eines Verzeichnisses qualifizierter Personen (zugunsten der Arbeitgeber) Erstellung von Profilen (Branding) für akkreditierte Organisationen und qualifizierte Personen   Lernen in zwei Phasen Die Entwicklung

BIM in Deutschland

1. Mai 2018
Wo steht Deutschland mit BIM? Es gibt einerseits die Initiativen vom Staat selbst. Anderseits sind es, ähnlich wie in der Schweiz, private Unternehmen die BIM einfordern oder es sind die planenden und ausführenden Büros und Unternehmen welche BIM einfach umsetzen. Ein Unterschied ist vielleicht auch, dass Deutschland auch mit Infrastrukturprojekten BIM testet. Dies ist dadurch speziell, da es für diesen Bereich des Bauens noch keine Normierungen und Standardisierungen wie IFC gibt. Man ist also gezwungen mit den vorhandenen Formaten und Regelungen den Prozess zu steuern. Die Projekte beweisen aber, dass es durchaus möglich ist. Deutschland hat ähnlich wie UK einen Stufenplan definiert, mit welchem Sie die Schritte für die Digitalisierung in der Bauindustrie planen. Ebenfalls unterstützt der Staat mit vorgaben und Normen und teilt die Best Practice aus den eigenen Pilotprojekten. Auch das buildingSMART Chapter von Deutschland ist sehr aktiv. Es wir in Europa eines der ersten sein, welches die neue Zertifizierung von builingSMART anbieten kann und ist auch aktiv beteiligt diese Zertifizierung International zu gestalten. Wir haben mit Dr. Ilka May gesprochen und Sie gefragt wie Sie den Stand in Deutschland sieht? Welche Auswirkungen Sie bereits Feststellen kann und wie Sie die Entwicklung für die nächsten Jahre sieht? Dr. Ilka May ist eine der führenden Expertinnen für die Digitalisierung im Baubereich und offizielle Beraterin der EU BIM Task Group, einem Zusammenschluss der grössten öffentlichen Auftraggeber-Organisationen zur Einführung von BIM in Europa. Ilka May war massgeblich an der Entwicklung des Stufenplans Digitales Planen und Bauen in Deutschland beteiligt. Sie ist teilhabende Geschäftsführerin der LocLab Consulting GmbH und leitet seit 2016 das BIM Implementierungsprogramm der Deutsche Bahn Engineering & Consulting GmbH. Einige Informationen zum Thema BIM in Deutschland, welche der Staat veröffentlicht findet man unter folgendem Link: Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Der Stufenplan von Deutschland finden Sie unter folgendem Link: Stufenplan Deutschland Weitere Information zur Zertifizierung durch buildingSMART gibt es unter folgendem Link: Professional Cerification buildingSMART

Was ist openBIM?

31. Januar 2018
Sich mit Building Information Modeling vertraut zu machen bedeutet auch mit einer Reihe von neuen Begriffen zurechtzukommen. Das kann manchmal ziemlich frustrierend sein. Versteht man aber einige grundlegenden Begrifflichkeiten, so ergibt sich bald ein klares Bild. Diese Videoserie wird einfache Erklärungen zu einigen wichtigen Grundbegriffen in Bezug auf openBIM liefern. Starten wir am Anfang: Was ist openBIM? openBIM bedeutet, mit offenen Standards zu arbeiten. Was sind dann aber offene Standards? Lassen Sie mich das Erstellen eines Berichts als Beispiel nutzen. Um einen Bericht auf Ihrem Computer zu schreiben, benötigen Sie eine Textverarbeitungssoftware. Sagen wir mal, Microsoft Word. Sobald der Bericht abgeschlossen ist, möchten Sie diesen wahrscheinlich mit Ihrem Kunden oder der Öffentlichkeit teilen. Normalerweise versenden Sie Ihre Berichte aber nicht als originale Word-Datei, sondern veröffentlichen ein entsprechendes PDF. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen: Wenn Sie eine originale Word-Datei versenden, kann jeder Änderungen an Ihrem Dokument vornehmen und dies ohne Ihr wissen. Zudem ist Word ein ersteller Format, das heisst der Empfänger muss ebenfalls ein Word oder eine kompatible Software besitzen, um die Datei überhaupt lesen zu können. Wenn Sie aber eine PDF-Datei ausgeben, kann das Dokument ohne zusätzliche Software einfach mit einem kostenlosen PDF-Viewer gelesen werden. PDF ist ein offener Standard und zudem ein leichteres und einfacher zu handhabendes Format. Der Vorteil ist aber, dass der Empfänger die PDF-Datei nicht bearbeiten kann. Jeder kann das Dokument lesen, nach Wörtern durchsuchen, Kommentare oder Markierungen hinzufügen, aber sie können den Originaltext nicht verändern. Dieser PDF-Workflow ist vergleichbar mit openBIM. In BIM beginnen wir mit der Erstellung eines Modells mit einer kommerziellen Modellierungssoftware. Hier arbeiten wir immer in einem nativen Format. Irgendwann wollen wir unsere Modelle mit dem Projektteam teilen. Wenn wir das native Modell ausgeben, muss die andere Seite die gleiche oder zumindest eine kompatible Software haben, um die Datei überhaupt lesen zu können. Sie können dann aber auch ohne unser Wissen Änderungen vornehmen. Wenn wir das Modell jedoch in einem offenen Austauschformat wie IFC veröffentlichen, sind die Modelldaten frei sichtbar, messbar und nutzbar, aber geschützt, da niemand den ursprünglichen Inhalt bearbeiten kann. Zusammenfassend kann man folgendes sagen: Modelldaten werden immer in einem nativen Umfeld erstellt, wobei eine kommerzielle Software verwendet wird. Dieser Teil des Prozesses nennt man natives BIM. Wenn wir dann einen Datenaustausch mit einem offenen Standard wie IFC machen, haben wir einen openBIM-Prozess initiiert. Wie wir in den folgenden Videos sehen werden, gehen openBIM-Standards weit über das IFC hinaus und in vielen Teilen der Welt werden sie zum Standard für BIM-Projekten.

Arbeiten mit IFC und Model View Definitions

31. Januar 2018
Eine der großen Ängste um BIM ist, dass es einen Kontrollverlust gibt. Wie können wir alle an einem einzigen Modell arbeiten? Wie kontrollieren wir, wer was und wann verändert? Diese Ängste beruhen meistens auf Missverständnissen. Bei BIM geht es um eine strukturierte Arbeitsweise. Wir werfen unsere traditionellen Prozesse nicht aus dem Fenster, sondern bauen auf ihnen auf. Insbesondere openBIM-Standards geben uns einen soliden Rahmen für Kommunikation und Zusammenarbeit. Grösstenteils werden traditionelle Rollen und Verantwortlichkeiten gestärkt. Im openBIM-Workflow gibt es kein einzelnes zentrales Modell. Jeder Projektteilnehmer hat sein eigenes Modell. Diese Modelle werden dann zu einem vereinbarten Zeitintervall ausgetauscht. Genau gleich, wie wir bisher Pläne ausgetauscht haben. Wir können den BIM-Prozess also in zwei Bereiche unterteilen: Einerseits haben wir die native modellierungsumgebung, in der Modelle erstellt und bearbeitet werden. Dies ist der private Bereich jedes Gewerks. Weiter haben wir eine kollaborative Umgebung, in der IFC Kopien dieser Modelle betrachtet und koordiniert werden. Mit dieser konstellation kann niemand auf den Modellinhalt eines anderen Gewerkes zugreifen oder diesen ändern. Es gibt klare Kommunikationslinien. Änderungsanträge werden dokumentiert und nachverfolgt. Der openBIM-Workflow löst viele Bedenken hinsichtlich der rechtlichen und vertraglichen Probleme von BIM. Im speziellen zum Besitz von Daten und Rechenschaftspflicht. Ein gutes Beispiel dafür sind die sogenannten Model View Definition oder MVD Standards. Ein MVD ist im Wesentlichen eine gefilterte Ansicht des IFC. Es erlaubt Benutzern, bestimmte Inhalte aus den Modellen zu exportieren, um eine bestimmte Verwendung zu erfüllen. Wenn zum Beispiel ein Architekt sein Modell für die Energieanalyse liefern muss, macht er keinen Datenexport des gesamten Modells. Er wählt den vordefinierten IFC-Export mit der Bezeichnung Energy Analysis MVD. Dies exportiert nur die benötigten Informationen wie Gebäudehülle, Räume und u-Werte. Ähnlich funktioniert dies bei der Kostenschätzung sowie für die Statischen berechnungen. Die Model View Definitions sind starke Werkzeuge im openBIM-Workflow. Es zwingt zu strukturierter Arbeitsweise und schafft Klarheit beim Austausch von Projektinformationen.

Was ist IFC?

31. Januar 2018
IFC oder Industry Foundation Classes, ist ein Standard, man kann auch sagen der bekannteste Standard für den openBIM Datenaustausch. IFC wird üblicherweise als Austauschformat bezeichnet. Das ist für ein allgemeines Verständnis auch in Ordnung, aber nicht ganz richtig. IFC ist technisch gesehen kein Dateiformat, sondern ein Schema oder eine Datenstruktur. Diese Diskussion verschieben wir aber lieber auf ein andermal. Lassen sie uns nun aber den Fokus auf den Autausch richten. IFC ist nicht für den Datenaustausch geeignet, in welchem der Empfänger anschliessend weiter am Modell arbeiten sollte, vielmehr dient IFC als Mittel zur Referenzierung oder Archivierung von Modellen. In einem vorherigen Video haben wir die Analogie: IFC als PDF von BIM vorgestellt. Wie ein PDF, ist eine IFC-Datei eine eingefrorene Kopie des Original Inhalts. Es kann angesehen werden und für Kollisionsprüfungen, Kostenschätzungen, Simulationen und unzählige andere Anwendungen verwendet werden. Das einzige was es aber nicht kann, ist bearbeitet werden. Was ist dann ein typischer IFC-Anwendungsfall? Ein Architekt exportiert sein Modell als IFC und gibt dieses an den Haustechnikplaner weiter. Dieser kann das IFC in der eigenen Software referenzieren und zur Koordination verwenden. Ebenso kann er das IFC-Modell auch als Grundlage für die Energieanalyse verwenden. Die Simulationssoftware kann die IFC-Daten im referenzierten Modell lesen und analysieren. Der Haustechnikplaner kann aber keine Änderungen am referenzierten Modell vornehmen. Wenn er beispielsweise eine Wand verschieben oder einen Durchbruch für einen Luftkanal schaffen möchten, muss er den Durchbruch vom Architekten anfordern. Der Architekt schneidet dann die Öffnung in seinem Modell und gibt eine neues IFC aus. Es ist rein technisch möglich, ein IFC-Modell zu bearbeiten. Dies ist jedoch nicht der beabsichtigte Zweck. Fast jede Software, die IFC importiert, behandelt das IFC-Modell als referenzierte Kopie des ursprünglichen Modells. Einige Tools ermöglichen es, geringfügige Änderungen an einem IFC-Modell vorzunehmen, beispielsweise eine Betonplatte für die Bauphasenplanung aufzuteilen. Dies ist jedoch eine isolierte Aktivität und hat keine Auswirkungen auf das ursprüngliche Modell. Der Punkt ist, dass in einem IFC-basierten Workflow jedes Gewerk Autor und Besitzer ihres Modellinhalts bleibt.

BIM Data Dictionary

31. Januar 2018
BIM unterstützt die Zusammenarbeit und Kommunikation durch gemeinsame Informationen. Es ist leicht, den Wert eines gemeinsamen 3D-Modells zu erkennen, um z.B. komplexe Probleme zu visualisieren und zu lösen. Aber bei BIM geht es nicht nur um Geometrie. Wenn wir zum Kern von BIM kommen, den Informationen hinter der Geometrie, wird es ein bisschen komplizierter. Zunächst müssen wir sehr genau sein, wie wir Objekte und Objekteigenschaften benennen. Verschiedene Disziplinen verwenden oft unterschiedliche Begriffe, um dasselbe zu beschreiben. Was ein Architekt als „Isolationsfaktor“ bezeichnen kann, kann ein Haustechniker „U-Wert“ nennen, während sich ein Produkthersteller auf „Wärmeleitfähigkeit“ beziehen kann. Wir verstehen dies im allgemeinen und wissen dass alle auf das gleiche verweisen, aber in BIM müssen wir viel spezifischer sein. Ein grosser Wert von BIM besteht darin, Projektinformationen schnell und zuverlässig suchen, filtern und analysieren zu können. Aber wenn die Hälfte der Objekte nicht in unserer Suche erscheinen, weil sie nicht richtig benannt wurden, kann dies ziemlich frustrierend sein. BIM-Richtlinien und Namenskonventionen für Objekte helfen bei der Lösung einiger dieser Probleme. Das ist ein guter Anfang, aber es gibt eine intelligentere Art dies anzugehen: buildingSMART hat das Data Dictionary entwickelt; ein Online-Tool zur Zuordnung von Synonymen mit mehrsprachiger Übersetzung. Man könnte sagen, es ist wie Google Translate für BIM. Dieses Tool arbeitet im Hintergrund, hinter den Anwendungen, die wir täglich verwenden. Es bedeutet zum Beispiel, dass ich in meiner Modellierungssoftware auf Deutsch arbeiten kann, während jemand anderes mein Modell auf japanisch ansehen und verwenden kann. Wo befindet sich der buildingSMART Data Dictionary? Dies ist eine ganz neue Entwicklung und im Moment haben nur wenige Tools den Data Dictionary implementiert, die Community wächst jedoch stark. Weitere Informationen finden Sie über den untenstehenden Link. Der Data Dictionary ist ein gutes Beispiel dafür, wie buildingSMART Standards nutzbar macht umso Kommunikationsbarrieren abzubauen und unsere Arbeit zu erleichtern.

Das BIM Collaboration Format (BCF)

31. Januar 2018
Das BIM Collaboration Format, kurz BCF, ist eines der einfachsten und nützlichsten Standards im buildSMART Toolkit. BCF dient dazu, Probleme zu tracken, während sie im Laufe des BIM-Prozesses identifiziert, gemeldet und gelöst werden. Wir haben in einem früheren Video über die zwei Bereiche von BIM gesprochen. Auf der einen Seite gibt es eine native Modellierungsumgebung und auf der anderen Seite die kollaborative Umgebung. Die meisten Probleme werden in den Koordinationssitzungen identifiziert, das heisst in einer kollaborativen Umgebung. Da wir jedoch an IFC-Modellkopien arbeiten, können wir hier keine Änderungen vornehmen. In der Vergangenheit haben wir Screenshots der Kollision oder des Problems gemacht und einen PDF-Bericht erstellt, der an alle verteilt wurde. Das war aber keine sehr intelligente Arbeitsweise. Es war auch eine Zeitaufwendige und oft unkoordinierte Aufgabe, all die Probleme zu verfolgen und zu überprüfen, ob jeder seine Aufgaben erledigt hatte. Schauen wir uns nun aber BCF an. BCF ist wie WhatsApp für BIM. Sie können Markierungen, Kollisionsberichte und allgemeine Kommentare zwischen allen Projektmitgliedern hin und hersenden. Jedes BCF-Problem wird mit einer eindeutigen ID registriert, wodurch es einfacher wird, zu verfolgen, wie viele Probleme offen sind, wer für welche Probleme verantwortlich ist und wann die Probleme behoben werden sollen. Sie können auch analysieren, wie viele Probleme jede Woche generiert werden und wie lange es dauert, bis sie gelöst werden. Das Besondere an BCF ist die Kommunikation zwischen den IFC-Tools und den nativen Modellierungssoftwares. Das BCF identifiziert genau, welche Objekte an einem Problem beteiligt sind, und zeichnet sogar den entsprechenden Screenshot auf. Wenn jemand ein BCF-Problem in seiner Modellierungssoftware öffnet, wird derjenige in seinem Modell auf die exakt gleiche Ansicht gebracht. Sie müssen also nicht mehr durch das ganze Modell navigieren und nach der fehlenden Steckdose suchen. Wenn das Problem schliesslich in der Modellierungssoftware gelöst wurde, wird das BCF aktualisiert und dem Projektmanager zurückgemeldet. So einfach.

BIM in der Schweiz

15. Januar 2018
Im Interview mit der Schweizer Tages Anzeiger erläutert Mark Baldwin, wie die Schweizer Bauindustrie sich durch die Digitalisierung transformiert. (Quelle: Smart Media, Tages Anzeiger, 15. Januar 2018. Text: Matthias Mehl) Artikel als PDF zum ausdrucken hier          

5 BIM Begriffe in 2 Minuten: BIM, openBIM, IFC, LOD, LOI

10. Dezember 2017
1 BIM BIM, building information modelling bedeutet, dass digitale Modelle die Planung, Ausführung und den Betrieb eines Gebäudes unterstützen. 2 openBIM openBIM beschreibt eine Methode für die Verwendung von offenen Standards. Diese unterstützen die Kommunikation zwischen Projektteams, welche verschiedene Softwaretools verwenden. Als Beispiel für die Übergabe eines Modells aus Autodesk Revit nach Allplan. 3 IFC IFC ist eine Austauschschnittstelle, welche im Zentrum von openBIM steht. Wenn ein Architekt z.B. sein Modell teilen möchte, muss er einen entsprechenden IFC Export aus seiner Modellierungssoftware machen und diesen Export dann an seinen Fachplaner weiterreichen. 4 LOD – Level of Detail oder Development Level of Detail oder Development beschreibt den geometrischen Detaillierungsgrad eines BIM Objektes in den verschiedenen Phasen. Es ist eine BIM Konvention, welche die 2D Zeichnungsmassstäbe ersetzt. Statt von 1:100- 1:10, sprechen wir nun von LOD100-LOD500. 5 LOI – Level of Information Der Level of Information, kurz LOI, beschreibt den Informationsinhalt eines BIM Objekts zu einem entsprechenden Zeitpunkt im Projekt. Der LOI entspricht den Attributen eines Bauteils, z.B. die Dimensionen, die Materialisierung, die Dämmung und vielleicht die Kosten einer Wand.

Was ist BIM? Building Information Modeling erklärt

10. Dezember 2017
Wir wissen das BIM eine digitale Arbeitsweise für Planung, Bau und Betrieb ist. Was unterscheidet es aber wirklich von 2D oder sogar 3D? 2D Planung im CAD ist eigentlich nichts anderes wie zeichnen auf einem Zeichenbrett. Wir können Elemente vielleicht schneller löschen oder Gleiches mehrmals kopieren, die Prozesse sind aber die gleichen. 3D ist eine räumliche Darstellung des Geplanten. Aber auch mit einem Modell sind die Prozesse nach wie vor klassisch wie früher. Mit BIM sprechen wir vor allem von individuellen Bauteilelementen, die nicht nur 3D dargestellt werden, sondern auch mit sämtlichen Informationen versehen sind. Z.B. auf welchem Geschoss sich das Element befindet, in welchem Raum, welche Materialisierung es besitzt und wieviel es kostet. Aus einem BIM Modell werden alle Pläne, Schnitte und Bauteillisten generiert. Sie sind alle nur eine Ansicht auf das Modell. Eine Änderung in der Ansicht z.B. ist sogleich in allen anderen Darstellungen aktualisiert. Dies unterstützt das Änderungsmanagement enorm und ist bereits der erste und einfachste Mehrwert mit BIM. Weiterhin kann man die BIM Modelle durchsuchen und filtern, so dass man sich bestimmte Information für einen bestimmten Zweck anzeigen lassen kann. Ein Beispiel könnte sein, sich alle tragenden Wände anzeigen zu lassen oder einfach darzustellen, was sich vom letzten Planungsstand zum aktuellen verändert hat. BIM ermöglicht auch die Analyse und Simulation von Modellinformationen. Zum Beispiel für Statikberechnungen, Energiesimulationen oder Licht- und Schattenstudien. All diese Möglichkeiten steigern die Effizienz und helfen uns Varianten besser und schneller zu beurteilen. BIM ersetzt somit nicht die Kompetenz eines Fachmanns, sondern nimmt einem Fleissarbeit ab. Dies gibt uns mehr Zeit die optimale Entscheidung treffen zu können.
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Mathias Probst

Geomatiker mit Eidg. Fachausweis

Mathias ist seit mehr als 4 Jahren mit dem Thema BIM im Kontakt. Als Berater hat er diverse Unternehmen von klein bis gross auf Ihrem Weg zu BIM begleitet. Er organisiert unter anderem das SIA BIM Forum für die SIA Sektion Zürich und ist bestens mit der Industrie vernetzt.

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Mark Baldwin

M. Arch. MAS CAAD (ETH) SIA

Mark ist BIM Manager Experte, er arbeitet seit 2005 intensiv mit Building Information Modeling. Nachdem er an grossen BIM-Projekten in Australien, dem Mittleren Osten und Europa mitgewirkt hat, bietet Mark jetzt BIM Management Training und Beratung an und leitet das buildingSMART International Professional Certification Programm.

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